Wilhelm Sondermann   

Wilhelm Sondermann wurde am 18. Oktober 1832 in Gummersbach geboren. Er war der älteste Sohn des Franz Carl Albert Sondermann (1806-1882) und der Maria Henriette Philippine Stahlschmidt (1806-1897). 


Ehe mit Margarete Reinshagen

Margarete Reinshagen

Nachdem Wilhelm Sondermann sich im Oktober 1853 mit Anna Margerete Reinshagen verlobte (siehe dazu die unten stehende Anzeige), heiratete er sie am 21. August 1855. Margarete Reinshagen war Tochter des Johann Friedrich Reinshagen und der Eleonore Frederika Pfitzer. Der Vater war Bürgermeister von Gummersbach und Bergneustadt, Kreissekretär zu Siegen, kommissarischer Landrat der Kreise Homburg und Gimborn und des aus diesen vereinigten Kreises Gummersbach.



Zweimal schritt Friedrich Reinshagen zur Ehe. In erster Ehe heiratete er in Siegen Eleonore Friderica Pfitzer. In zweiter Ehe deren jüngere Schwester Maria Elisabeth Pfitzer. Seine Schwiegereltern waren Johann Georg Pfitzer, Gasthofbesitzer zum goldenen Löwen, Stadtrat und erster preußischer Posthalter in Siegen und Anna Catharina Pfitzer, geb. Stahlschmidt (!). Dass sich die Eheschließung des Carl Sondermann mit Philippine Stahlschmidt aus Plettenberg über die Verwandtschaft der Familie Reinshagen mit der Familie Stahlschmidt erklären lässt, kann nur vermutet werden.

Anzeige zur Verlobung [1b]


Johann Friedrich Reinshagen verstirbt allerdings bereits Ende des Jahres 1854 [2], womit sich möglicherweise die recht lange Verlobungszeit des Wilhelm Sondermann erklären lässt. Am 6. Januar 1855 erscheint im Gummersbacher Kreisblatt der unten stehende Neerolog [3].

 

Neerolog J. F. Reinshagen Teil 1

 

Neerolog J. F. Reinshagen Teil 2


Offenbar auf dem Schützenfest des Jahres 1857 verliert Wilhelm Sondermann seinen Trauring, denn in der Ausgabe des Gummersbacher Kreisblatts erscheint in der folgenden Woche diese Anzeige [4]:

Anzeige zum Verlust des Traurings


Zur Geburt seiner Töchter, Magaretha Adeline Sondermann und Alwine Anna Sondermann, veröffentlicht Wilhelm Sondermann unten stehende Anzeigen [5].

Geburtsanzeige Adeline Sondermann

 

Geburtsanzeige Anna Sondermann


Das Ehepaar Sondermann-Reinshagen hatte drei Kinder:

  1. Magaretha Adeline Sondermann (1856)
  2. Alwine Anna Sondermann (1858)
  3. Wilhelm Peter Sondermann (1866)
Margarete und Wilhelm Sondermann



Das Haus an der Schützenstraße (Nr. 18)

Johann Friedrich Reinshagen bewohnt um 1830 ein Haus am Rande des damaligen Ortes, an der heutigen Schützenstraße. So ist auf dem Urriss von Gummersbach aus dem Jahr 1832 das Haus bereits verzeichnet und mit dem Namen Reinshagen gekennzeichnet [5a]. Da der Baustil des Hauses darauf hinweist, dass es um 1830 erbaut wurde, ist Johann Friedrich Reinshagen wohl auch der Erbauer des Hauses.

Ausschnitt des Urrisses Gummersbachs


Im Jahr 1861 erfolgten im Gummersbacher Kreisblatt eine Reihe an Bekanntmachungen zu einem vom Könglichen Landgericht in Köln gefällten Urteil in Sachen Otto Reinshagen u. a. gegen Eheleute Wilhelm Sondermann, Kaufmann, und Anna Margareta geborene Reinshagen zum Verkauf von drei Grundstücken "mit Zugrundelegung einer Taxe von 1000 Thalern". [6] Wie aus den aufgeführten Flurnummern hervorgeht, betrifft die Bekannmachung die Reinshagen'sche Besitzungen an der Schützenstraße.  Aus dem Urteil lässt sich auch die nähere Reinshagen'sche Verwandtschaft des Wilhelm Sondermann ablesen:

Bekanntmachung zum Urteil des Königlichen Landgerichts in Köln

 

Schützenstraße in Gummersbach um 1900 mit dem von J. F. Reinshagen erbauten Haus auf der linken Seite


Das Haus an der Schützenstraße im Jahr 2016


Spinnerei- und Pfeifenfabrik Carl Sondermann senior 

Noch vor dem Tod des Vaters Franz Carl Albert Sondermann senior übernimmt Wilhelm Sondermann zusammen mit seinem Bruder Franz Carl Albert Sondermann junior vermutlich im Jahr 1870 die Leitung der Spinnerei- und Pfeifenfabrik in Niederseßmar. Die Brüder führen diese offenbar noch nach dem Tod des Vaters im Jahr 1882 zuammen fort, aber nicht länger als bis 1885, denn in diesem Jahr erbaut Wilhelm Sondermann eine neue Pfeifenfabrik. Die Spinnerei verbleibt indes im alten Fabrikgebäude des Vaters und wird von Franz Carl Albert Sondermann junior fortgeführt.  

Die folgenden Quellen bis 1885 vermitteln u. a. den Eindruck, dass die Fabrik nach dem Tod des Franz Carl Albert Sondermann senior in nicht geringem Umfang baulich überholt wurde, wobei offenbar noch unter der Firmierung des Vaters gehandelt wurde. Zudem wurden dem "Carl Sondermann" in Niederseßmar in den Jahren 1882 und 1883 zwei Patente gewährt, die darauf hinweisen, dass die Produktion ab diesen Jahren auf Stöcke und Schirme erweitert wurde:

Am 28. April 1882 wird dem "Carl Sondermann" in Niederseßmar ein Patent gewährt für einen Schirm, der als Spazierstock verwendet werden kann und dessen Handgriff als Behältnis für eine Pfeife diente. [7] Treibende Kraft hinter dieser Patentierung scheint, wie aus den nachfolgendne Quellen ersichtlich wird, Wilhelm Sondermann gewesen zu sein.

In der "Spinnerei Carl Sondermann" in Niederseßmar erfolgte am 7. September 1882 die Revision eines Dampfkessels. Dabei wurde vermerkt, dass der Dampfkessel wegen Umbaus außer Betrieb gewesen war [8].

Am 11. März 1883, beantragt lediglich Carl Sondermann auf dem Gelände der geerbten Fabrik den Neubau (Anbau) einer Schlosserwerkstätte [9].

Es folgt am 13. März 1883 für "Carl Sondermann" in Niederseßmar die Patentierung eines Schirms, der als Spazierstock verwendet werden konnte, wobei der Spazierstock als Behälter für eine Pfeife dient. [10]


Patentschrift von 1883


1  

Eine weitere Revision erfolgte bei "Carl Sondermann" in Niederseßmar am 27. Oktober 1884 [11]. 

 

Pfeifenschlauch- und Schirmfabrik Wilhelm Sondermann in Niederseßmar 

Nach dem 1936 im Deutschen Geschlechterbuch veröffentlichten Stammbaums der Familie war Wilhelm Sondermann "Fabrikant zu Niederseßmar bei Gummersbach" [12].    

Adele Bloesch-Stöcker berichtet, dass sich Wilhelm Sondermann mit Erfindungen befasste: "Mir wurden Wunderdinge erzählt, zum Beispiel von Spazierstöcken, die im Handumdrehen in lange Pfeifen, wie sie damals üblich waren, verwandelt werden konnten, und soche Zaubereien mehr. Wieviel dabei einer kindlichen Dorfphantasie zuzuschreiben ist, möchte ich nicht untersuchen, immerhin muss irgend ein realer Hintergrund hinter dieser Fama gewesen sein, denn die Arbeiten würden ihr tägliches Tun doch nicht so geheimnisvoll verschleiern und den Leuten andauernd einen Bären aufbinden wollen." [13]

Nach Adele Bloesch-Stöcker besaß Wilhelm Sondermann um 1890 in Niederseßmar eine Fabrik an der Straße nach Gummersbach, wenige Minuten von seinem Bruder Carl Sondermann entfernt. [14]

So beantragt Wilhelm Sondermann wenige Jahre nach dem Tod seines Vater Franz Carl Albert Sondermann am 21. März 1885 den Bau einer Fabrik für Pfeifen(-schläuche) und Schirme unmittelbar neben seinem im Jahr 1877 errichteten Wohnhaus [16]. Der Grundriss des Bauantrags ist unten abgebildet. Die Fabrik ist das große Gebäude im Zentrum der Abbildung. Das kleine Quadrat links daneben ist der Grundriss des Wohnhauses des Wilhelm Sondermann. Der Bauntrag wurde noch 1885 genehmigt [17].

 

Auszug aus dem Antrag des Wilhelm Sondermann auf Neubau einer Fabrik für Pfeifen und Schirme aus dem Jahr 1880

 

Die Fabrik wurde offenbar noch im Jahr 1885 fertiggestellt, denn am 3. November 1885 erhält Wilhelm Sondermann die Konzession zum Betrieb eines Dampfkessels in seiner neuen Fabrik [18]. Eine Revision erfolgt am 4. Dezember 1886 [19]. 

Folglich muss er sich spätestens nach Fertigstellung seines Fabrikgebäudes, d. h. Ende 1885 von seinem Bruder Carl Sondermann wirtschaftlich getrennt haben.   

So sucht Wilhelm Sondermann auch unter eigenem Namen alleine am 23. März 1886 per Anzeige "einige jungendliche Arbeiterinnen gegen guten Lohn und leichte Beschäftigung" [20]. 

Im Jahr 1887 wird Wilhelm Sondermann für den Stadtbezirk Gummersbach als berechtigter Gewerbetreibender für die Wahlen zur Handelskammer am 6. Dezember 1887 geführt. [21]

Aus der Steuerliste der Stadtgemeinde Gummersbach des Jahres 1888 ist ersichtlich, dass von den 2000 steuerzahlenden Bürgern nur wenige eine dreistellige Summe zahlten. Die Liste führen Namen wie Carl Barthels (648 Mark), Ferdinand Krawinkel (576 Mark), Hermann Müller (432 Mark), Carl Alexander Baldus (360) und Wilhelm Wollenweber (288) an. Es folgen weitere 25 Namen zumeist mit einer Steuerzahlung von unter 200 Mark. Darunter auch Wilhelm Sondermann mit 108 Mark Steuern. Sein Bruder Carl Sondermann zahlte hingegen 144 Mark, obwohl diesem das geringere kaufmännische Talent nachgesagt wird [22].  

Auch im Jahr 1889 wird er im "Führer durch das oberbergische Land" als "Pfeifenfabrikant Wilhelm Sondermann" geführt [23]. So heißt es dort zu Gummersbach: "Sehr bedeutend ist in Stadt und Umgegend die Gewerbetätigkeit. (Jeden Mittwoch Börsensitzung.) Eine Wanderung durch den Singerbrink nach Mühlenseßmar und von da im Seßmarthale abwärts nach dem 2,7 km von der Ortsgrenze entfernten Bahnhof [,,,] führt uns an zahlreichen gewerblichen Anlagen vorüber: Oelfabrik von R. Siebert, Streichgarnspinnerei und Wollfärberei von Gustav Adolf Heuser, Shoddyspinnerei und Färberei von M. Pickhardt medior, Kunstwollspinnerei und Zwirnerei von Knoblauch und Hellemanns, Spinnerei und Weberei Emil Wilhelm Sondermann, Dampbrettschneiderei und Mühlenbrauerei von Kraus, Fabrik von Zanella und halbwollenen Stoffen von Eduard Sondermann, Spinnerei von Carl Sondermann, Pfeifenfabrik von Wilhelm Sondermann."   

Dass die Pfeifenschlauchfabrik W. Sondermann im Jahr 1889 bereits vor 1849 (vom Großvater des Wilhelm Sondermann) gegründet wurde, zeigt sich an dem 50jährigen Firmenjubiläum des Arbeiters "Carl Hast", über das die Gummersbacher Zeitung im September des Jahres 1889 berichtet [24].  

Ein Jahr später (1890) erfolgt die Todesanzeige des Carl Hast durch "Wh. & Carl Sondermann" [25]. Hier kann es sich allerdings nicht um die Firmierung des Arbeitgebers handeln, denn die Brüder Wilhelm und Carl Sondermann hatten sich wie ausgeführt wohl bereits Ende 1885 wirtschaftlich getrennt. 

Im Jahr 1890 ist die "Schlauch- und Pfeifenfabrik W. Sondermann" in Niederseßmar  in einer Übersicht des Bürgermeisteramts der Stadt Gummersbach mit 61 Beschäftigten verzeichnet, wovon fünf Beschäftigte (zwei männliche und drei weiblich) unter 16 Jahre alt waren. Von den 56 über 16 Jahre alten Beschäftigten waren 30 männlich und 26 weiblich. Eine weibliche Beschäftigte war verheiratet, der Rest ledig oder verwitwet [26].  Es ist irritierend, dass die Anzahl der Beschäftigten und deren statistische Aufteilung mit den Angaben zur "Weberei Eduard Sondermann" identisch sind. Möglicherweise ist eine der Angaben fehlerhaft.

Während in einer Gewerbeübersicht für das Jahr 1875 die später zwischen Wilhelm Sondermann und Franz Carl Albert Sondermann junior geteilte Fabrik des Vaters Franz Carl Albert Sondermann noch mit 45 Arbeitskräften geführt wurde [27], sind es nun in der Gewerbeübersicht von 1890 bei Wilhelm Sondermann 61 Beschäftigen und bei Franz Carl Albert Sondermann junior 30 Beschäftigte. Die Größe des Unternehmens hat sich daher, gemessen an der Anzahl der Beschäftigten der Brüder insgesamt, innerhalb von 15 Jahren verdoppelt. Allerdings konnte es in Summe bei Weitem nicht mit der geradezu explodierenden wirtschaftlichen Gesamtentwicklung der Region Schritt halten. Waren im Jahr 1875 nur vier Unternehmen größer, sind es nun sieben mit großem Abstand: Spinnerei und Weberei E. W. Sondermann (242 Beschäftigte), Dampfkesselfabrik L.u. C. Steinmüller (261 Beschäftigte), Spinnerei und Strickerei Müller & Sohn in Dümmlinghausen (331 Beschäftigte), Spinnerei und Strickerei und Näherei A. Reusch (190 Beschäftigte), Spinnerei und Weberei Krawinkel in Vollmerhausen (209 Beschäftigte), C. A. Baldus in Friedrichsthal (185 Beschäftigte), Spinnerei Erkenzweig & Co. (127 Beschäftigte).  

Zudem wird mit der unterschiedlichen Entwicklung der Beschäftigten der Unternehmen des Wilhelm Sondermann und des Franz Carl Albert Sondermann junior die unterschiedliche kaufmännische Begabung der Brüder offenbar, von der auch die Berichte des Dr. Günther Sondermann zeugen [28].       

Hotel zur Post in Niederseßmar um 1890 u. a. mit Wilhelm Sondermann und mit seinem Sohn Peter Sondermann in der Mitte der Aufnahme


Im August des Jahres 1893 beantragt Wilhelm Sondermann den Bau eines Schuppens an seine Fabrik [29]. Die unten stehende Zeichnung hat J. Woelke nach dem Grundriss angefertigt, der dem Antrag beigelegt war.

 

Fabrik W. Sondermann - Anbau 1893

 

Auf einer Auktion historischer Rechnungsbögen im Jahr 2011 wurde eine Rechnung der "Fabrik von Pfeifenschläuchen, Beschlägen, Bänder, Zwingen für Stöcke und Schirme" des W. Sondermann aus dem Jahr 1898 versteigert. Auf dem Rechnungsbogen ist ferner das Gründungsjahr der Fabrik mit 1827 angegeben. Gegründet wurde die Fabrik durch den Großvater des Wilhelm Sondermann (Johann Wilhelm Sondermann). Der Rechnungsbogen liegt nicht im Original vor, sodass nur die undeutliche unten zu sehende Abbildung zur Verfügung steht. [30]

Rechnung des W. Sondermann aus dem Jahr 1898


Metallwaren- und Pfeifenschlauchfabrik Wilhelm Sondermann

Wie aus zwei unten abgebildeten Briefköpfen des Unternehmens des Wilhelm Sondermann ersichtlich ist, firmiert die Fabrik spätestens im Jahr 1909 nicht mehr als "Fabrik von Pfeifenschläuchen, Beschlägen, Bänder, Zwingen für Stöcke und Schirme", sondern als "Metallwaren- und Schlauchfabrik" [31]. 

 

Briefkopf Metallwaren- und Schlauchfabrik W. Sondermann

 

Briefkopf Metallwaren- und Schlauchfabrik W. Sondermann

 

Zu den Briefköpfen ist folgendes bemerkenswert: 

Auf beiden Briefköpfen ist eine  "Silberne Medaille Düsseldorf 1902" abgebildet. Wilhelm Sondermann war mithin im Jahr 1902 auf der Industrie- und Gewerbeausstellung Düsseldorf (vollständiger Titel: Industrie- und Gewerbeausstellung für Rheinland, Westfalen und benachbarte Bezirke, verbunden mit einer deutsch-nationalen Kunstausstellung Düsseldorf 1902) vertreten. Die Ausstellung fand vom 1. Mai bis zum 20. Oktober 1902 in Düsseldorf statt. Offenbar hatte Wilhelm Sondermann auf dieser Ausstellung insoweit Erfolg, als ihm eine Silbermedaille verliehen wurde. 

Auf dem ersten Briefkopf findet sich eine überdimensionierte Abbildung der Fabrik und des Wohnhauses des Wilhelm Sondermann in Niederseßmar. 

Schließlich ist auf dem zweiten Briefkopf das verschlungene Monogramm des Wilhelm Sondermann als eine eingetragene Schutzmarke abgebildet.

Im Jahr 1904 erhält die Fabrik Wilhelm Sondermann in Niederseßmar sogar einen Aufzug [32].  

Erhalten hat sich darüber hinaus ein Preisverzeichnis der Metallwaren und Schlauchfabrik Wilhelm Sondermann aus der Zeit nach 1902, das auszugsweise unten abgebildet ist. "Spezialität" der Fabrik ist laut Verzeichnis "Pfeifenschläuche, Pfeifenbeschläge, Zwinge und Ringe für Stöcke und Schirme, Drechsler-Werkzeuge u. s. w.". [32a]


Preisverzeichnis


 

Wohnhäuser Wilhelm Sondermann

Nach einer Anzeige vom 26. August 1872 in der Gummersbacher Zeitung lässt Wilhelm Sondermann "[...] sein ihm gehörendes Haus zu Gummersbach an dem Weg nach dem Schützenplatz, neben Fr. Wh. Huland, Reinhard Siebert u. Carl Selbach gelegene, sogenanntes "Reinhagen'sche" Haus nebst Umlage, Garten und Obsthof [...] versteigern [...]" [33].

Das Wohnhaus Reinshagen hat Wilhelm Sondermann möglicherweise nach dem Tod seines Schwiegervaters Johann Friedrich Reinshagen, von den ürbigen Erben erworben, denn am 7. Mai 1856, über ein Jahr nach dem Tod des Schwiegervaters, findet sich im Gummersbacher Kreisblatt unten stehende Verkaufsanzeige der Erben des Johann Friedrich Reinshagen zu dessen Besitzungen in Gummersbach. [34]


Verkaufsanzeige zu den Besitzungen Reinshagen in Gummersbach


Ab 1877 erbaut sich Wilhelm Sondermann sein Wohnhaus in Niederseßmar, denn sein Bauantrag auf einen Neubau eines Wohnhauses (auf Flur 9, Parzelle 13) an der Chaussee von Gummersbacher nach Niederseßmar ist datiert auf den 1. Mai 1877 [35]. Der Grundriss des Bauantrags liegt noch nicht vor.  

Über Wilhelm Sondermann schrieb Adele Bloesch-Stöcker, dass er "[...] in einem stolzen und repräsentativen gebauten Haus [...]" wohnte, das ihre Familie nie betreten hatte. [36]      

Das Wohnhaus des Wilhelm Sondermann in Niederseßmar im Jahr 2010

 

Preußisches Abgeordnetenhaus 

Wilhelm Sondermann wurde im Jahr 1882  für die zweite preußische Kammer, d. h. für  das Abgeordnetenhaus im Königreich Preußen als Wahlmann für die national-liberalen Partei gewählt (XV. Wahlperiode) [37]. Wahlmann war auch Emil Sondermann. 

    

Zur Person Wilhelm Sondermann

Adele Bloesch-Stöcker berichtet weiter, dass er "[...] im persönlichen Verkehr ziemlich unnahbar [...]" war. [38]

Im Jahr 1912 verstirbt Wilhelm Sondermann in Niederseßmar.     

Niederseßmar kurz vor dem I. WK mit der Fabrik des Wilhelm Sondermann

     

Niederseßmar mit den Fabriken des Wilhelm Sondermann und seines Bruders Carl Sondermann


 

Fabrikgebäude des Wilhelm Sondermann im Jahr 2010

[1a] Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Reinshagen.

[1b] Vgl. Sondermann, Wilhelm/Reinshagen, Margarete (1853): Verlobungsanzeige, in: Gummersbacher Kreisblatt v. 8. Oktober 1853, S. 3.

[2] Vgl. Gemeinde Gummersbach (1855): Sterbefall Johann Friedrich Reinshagen, in: Gummersbacher Kreisblatt v. 3. Januar 1855, S. 1. 

[3] o. V. (1855): Neerolog Johann Friedrich Reinshagen, in: Gummersbacher Kreisblatt v. 6. Januar 1855, S. 1-2.  

[4] Vgl. Sondermann, Wilhelm (1857): Anzeige zum Verlust des Traurings, in: Gummersbacher Kreisblatt v. 25. Juli 1857, S. 4.

[5] Vgl. Sondermann, Wilhelm (1856): Geburtsanzeige Adeline Sondermann, in: Gummersbacher Kreisblatt v. 3. September 1856; Sondermann, Wilhelm (1858): Geburtsanzeige Anna Sondermann, in: Gummersbacher Kreisblatt v. 27. Januar 1858.

[5a] Vgl. o. V. (1830): Urriss Gummersbachs.

[6] Vgl. Meissen, J. G. (1861): Bekanntmachung zum Urteil des Königlichen Landgerichts in Köln in Sachen Reinshagen, in: Gummersbacher Kreisblatt v. 7. August 1861, S. 4.

[7] Vgl. o. V. (1998): Der Stocksammler, Nr. 27, ohne Ort, <https://www.yumpu.com/de/document/view/9386215/nr-27-injuka-kunst/79>, Abrufdatum: 5. Juni 2016.

[8] Vgl. Stadt Gummersbach (1882): Revision eines Dampfkessels in der Spinnerei Carl Sondermann, in: Gummersbacher  Stadtakte 4334 "Concessionierung vonDampfkesseln und deren Revision 1863-1890“.

[9] Vgl. Stadt Gummersbach (1883): Antrag auf Anbau einer Schlosserwerkstätte durch Carl Sondermann, in: Gummersbacher Stadtakte 2044 (?).   

[10] Vgl. o. V. (1998): Der Stocksammler, Nr. 27, ohne Ort, <https://www.yumpu.com/de/document/view/9386215/nr-27-injuka-kunst/79>, Abrufdatum: 5. Juni 2016.

[11] Vgl.Stadt Gummersbach (1884): Revision eines Dampfkessels bei Carl Sondermann, in: Gummersbacher  Stadtakte 4334 "Concessionierung von Dampfkesseln und deren Revision 1863-1890“.

[12] Vgl. Sondermann et al. (1936): Sondermann 2., aus Langenberg im Rheinlande, in: Koerner, Bernhard (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch Band 92, Görlitz, S. 499.   

[13] Bloesch-Stöcker, Adele (1968): Niederseßmar, das Rheinlanddorf vor achtzig Jahren, ohne Ort, S. 5.

[14] Bloesch-Stöcker, Adele (1968): Niederseßmar, das Rheinlanddorf vor achtzig Jahren, ohne Ort, S. 4.

[15] vakant

[16] Vgl.Stadt Gummersbach (1885a): Bauantrag Wilhelm Sondermann v. 21. März 1885, in: Gummersbacher Stadtakte 2078.

[17] Vgl. Ossenbrink, Jochen (1993): Siedlungsverlauf, Gestaltwandel und Wohnungsnot im Gefolge der Industrialisierung in Gummersbach, in: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Band 95, 1991/92 (1993), S. 115-144.  

[18] Vgl. Stadt Gummersbach (1885b): Conzessionierung eines Dampfkessels in der Spinnerei des Wilhelm Sondermann, in: Gummersbacher Stadtakte 4334 "Concessionierung von Dampfkesseln und deren Revision 1863-1890".

[19] Vgl. Stadt Gummersbach (1885b): Revision eines Dampfkessels in der Spinnerei des Wilhelm Sondermann, in: Gummersbacher Stadtakte 4334 "Concessionierung von Dampfkesseln und deren Revision 1863-1890".

[20] Vgl. Sondermann, Wilhelm (1886): Suchanzeige Arbeiterinnen, in: Gummersbacher Zeitung.  

[21] Vgl. Handelskammer(1887): Berechtigte Gewerbetreibenden zur Wahl für die Handelskammer am 6. Dezember 1887, Archiv II. Stamm, Carl.

[22] Vgl. Stadt Gummersbach (1888): Aus der Steuerliste der Stadtgemeinde Gummersbach, in: Gummersbacher Zeitung v. 12. Juni 1888. 

[23] Vgl.  Streit (1889): Führer durch das Oberbergische Land. Gebiet der oberen Wupper, Agger, Wiehl, Sülz, Broel und unteren Sieg sowie Bensberg und Umgegend, Barmen.    

[24] Vgl. o.V. (1889): 50jähriges Firmenjubiläum des Carl Hast, in: Gummrsbacher Zeitung v. 26. September 1889. 

[25] Vgl. Sondermann, Wilhelm/Sondermann, Carl (1890): Todesanzeige Carl Hast, in: Gummersbacher Zeitung v. 19. Januar 1890. 

[26] Vgl. Stadt Gummersbach (1890): Gewerbeübersicht v. 1890, in: Gummersbacher Stadtakte 4355. 

[27] Vgl. Stadt Gummersbach (1876): Gewerbeübersicht v. 8. Juni 1876, in: Gummersbacher Stadtakte 4288.

[28] Siehe dazu die Ausführungen unter Franz Carl Albert Sondermann junior.  

[29] Vgl. Sondermann, Wilhelm (1893): Antrag auf Bau eines Schuppens v. August 1893, in: Gummersbacher Stadtakte 2094.

[30] Vgl. Fabrik von Pfeifenschläuchen, Beschlägen, Bänder, Zwingen für Stöcke und Schirme  W. Sondermann (1898): Rechnung , Niederseßmar, in: Katalog der 10. Papierania-Aktion v. 2011, <http://www.papierania.de/homepage_auktion10/lose_451_600.pdf>.

[31] Vgl. Metallwaren- und Schlauchfabrik Wilhelm Sondermann (ohne Jahr): Briefkopf, Niederseßmar; Metallwaren- und Schlauchfabrik Wilhelm Sondermann (vor 1909): Briefkopf, Niederseßmar.  

[32] Vgl. Stadt Gummersbach (1904): Einbau eines Aufzugs in der Fabrik W. Sondermann in Niederseßmar, in: Gummersbacher Stadtakte 4318.  

[32a] Vgl. Sondermann, Wilhelm (nach 1902): Preisverzeichnis, Niederseßmar.

[33] Vgl.Sondermann, Wilhelm (1872): Versteigerung Reinshagen'sches Haus, in: Gummersbacher Zeitung vom 29. August 1872.  

[34] Vgl. Meissen, G. J. (1856): Verkaufsanzeige Besitzungen Reinshagen, in: Gummersbacher Kreisblatt v. 7. Mai 1855, S. 3.

[35] Vgl. Stadt Gummersbach (1877): Bauantrag Wilhelm Sondermann v. 1 Mai 1877, in: Gummersbacher Stadtakte 2074.

[36] Bloesch-Stöcker, Adele (1968): Niederseßmar, das Rheinlanddorf vor achtzig Jahren, ohne Ort, S. 5.

[37] Vgl. o. V. (1882): Die Wahlmänner der national-liberalen Partei, in: Gummersbacher Zeitung v. 17. Oktober 1882. 

[38] Bloesch-Stöcker, Adele (1968): Niederseßmar, das Rheinlanddorf vor achtzig Jahren, ohne Ort, S. 5.