Franz Carl Albert Sondermann   

Franz Carl (Karl) Albert Sondermann wurde in Gummersbach am 18. März 1836 als Sohn des Franz Carl Albert Sondermann (1806-1882) und der Maria Henriette Philippine Stahlschmidt (1806-1897) geboren.    

  

Ehe mit Emilie Wollenweber

Emilie Wollenweber

Er heiratete in Dieringhausen am 17. September 1863 Emilie Cornelie Wollenweber, die Tochter des Friedrich Johann Caspar Wollenweber aus Ohl (Dieringhausen) und der Lisette Bergerhoff.







Das Ehepaar hatte fünf Kinder:

  1. Karl Friedrich Sondermann (1865)
  2. Emilie Philippine Sondermann (1866)
  3. Richard Sondermann (1871)
  4. Adolf Sondermann (1873)
  5. Otto Sondermann (1883)
Kinder des Carl Sondermann und der Emilie Wollenweber


Zur Geburt des ältesten Kindes Karl veröffentlichte das Ehepaar folgende Geburtsanzeige [1a]:

Anzeige zur Geburt des Karl Sondermann


Spinnerei- und Pfeifenfabrik Carl Sondermann senior 

Noch vor dem Tod des Vaters Franz Carl Albert Sondermann senior übernahm  Franz Carl Albert Sondermann junior mit seinem Bruder Wilhelm Sondermann vermutlich im Jahr 1870 die Leitung der Spinnerei und Pfeifenschlauchfabrik in Niederseßmar. Die Brüder führten die Spinnerei und Pfeifenschlauchfarik offenbar noch nach dem Tod des Vaters im Jahr 1882 fort, aber nicht länger als bis 1885, denn 1885 erbaut Wilhelm Sondermann eine neue Pfeifenfabrik. Die Spinnerei verbleibt indes im alten Fabrikgebäude des Vaters und wird von Franz Carl Albert Sondermann junior fortgeführt.  

Die folgenden Quellen bis 1885 vermitteln u. a. den Eindruck, dass die Fabrik nach dem Tod des Franz Carl Albert Sondermann senior in nicht geringem Umfang baulich überholt wurde, wobei offenbar noch unter der Firmierung des Vaters gehandelt wurde. Zudem wurden dem "Carl Sondermann" in Niederseßmar in den Jahren 1882 und 1883 zwei Patente gewährt, die darauf hinweisen, dass die Produktion ab diesen Jahren auf Stöcke und Schirme erweitert wurde:

Am 28. April 1882 wird dem "Carl Sondermann" in Niederseßmar ein Patent gewährt für einen Schirm, der als Spazierstock verwendet werden kann und dessen Handgriff als Behältnis für eine Pfeife diente. [1b] Treibende Kraft hinter dieser Patentierung scheint Wilhelm Sondermann gewesen zu sein.

In der "Spinnerei Carl Sondermann" in Niederseßmar erfolgte am 7. September 1882 die Revision eines Dampfkessels. Dabei wurde vermerkt, dass der Dampfkessel wegen Umbaus außer Betrieb gewesen war [1c].

Am 11. März 1883, beantragt lediglich Carl Sondermann auf dem Gelände (Flur 41, Nr. 537/157) der geerbten Fabrik den Neubau (Anbau) einer Schlosserwerkstätte [2].

Auszug des Antrags des Carl Sondermann zum Neubau einer Schlosserwerkstätte aus dem Jahr 1883

 

Spinnerei Carl Sondermann junior   

Nach dem 1936 im Deutschen Geschlechterbuch veröffentlichten Stammbaums der Familie war Carl Sondermann „Fabrikant zu Gummersbach“ [3], obwohl seine Fabrik in Niederseßmar lag. Gummersbach ist als Ortsangabe wohl nur deshalb verwendet worden, da er in der Alten Vogtei in Gummersbach und nicht in Niederseßmar gewohnt hat.   

Eine Revision eines Dampfkessels erfolgte am am 27. Oktober 1884 bei "Carl Sondermann" in Niederseßmar [4]. 

Eine weitere Revision eines „alten Kessels“ in der Fabrik „Carl Sondermann“ in Niederseßmar erfolgte am 23. Oktober 1886 [5].   

Im Jahr 1887 wurd Carl Sondermann für den Stadtbezirk Gummersbach als berechtigter Gewerbetreibender für die Wahlen zur Handelskammer am 6. Dezember 1887 geführt [6].  

Im Jahr 1888 erfolgte die Neuconcessionierung eines alten Dampfkessels auf Flur 41 No.575/157 mit der Bezeichnung „Koerver & Lersch Krefeld, erbaut 1873, No. 135“. Als höchste zulässige Belastung wurden 4 Atü festgesetzt [7].

Aus der Steuerliste der Stadtgemeinde Gummersbach des Jahres 1888 ist ersichtlich, dass von den 2000 steuerzahlenden Bürgern nur wenige eine dreistellige Summe zahlten. Die Liste führen Namen wie Carl Barthels (648 Mark), Ferdinand Krawinkel (576 Mark), Hermann Müller (432 Mark), Carl Alexander Baldus (360) und Wilhelm Wollenweber (288) an. Es folgen weitere 25 Namen zumeist mit einer Steuerzahlung von unter 200 Mark. Darunter auch Carl Sondermann mit 144 Mark Steuern. Sein Bruder Wilhelm Sondermann zahlte hingegen nur 108 Mark, obwohl diesem das größere kaufmännische Talent nachgesagt wird [8].   

Eine weitere Revision eines Dampfkessels wurde im Jahr 1889 durchgeführt [9].

Im Jahr 1889 wurde Carl Sondermann im „Führer durch das oberbergische Land“ als „Spinnerei von Carl Sondermann“ geführt [10]. So heißt es dort zu Gummersbach: „Sehr bedeutend ist in Stadt und Umgegend die Gewerbetätigkeit. (Jeden Mittwoch Börsensitzung.) Eine Wanderung durch den Singerbrink nach Mühlenseßmar und von da im Sessmarthale abwärts nach dem 2,7 km von der Ortsgrenze entfernten Bahnhof […] führt uns an zahlreichen gewerblichen Anlagen vorüber: Oelfabrik von R. Siebert, Streichgarnspinnerei und Wollfärberei von Gustav Adolf Heuser, Shoddyspinnerei und Färberei von M. Pickhardt medior, Kunstwollspinnerei und Zwirnerei von Knoblauch und Hellemanns, Spinnerei und Weberei Emil Wilhelm Sondermann, Dampbrettschneiderei und Mühlenbrauerei von Kraus, Fabrik von Zanella und halbwollenen Stoffen von Eduard Sondermann, Spinnerei von Carl Sondermann, Pfeifenfabrik von Wilhelm Sondermann.“

Am 20. Mai 1889 beantragt Carl Sondermann auf Flur 36, Flurnummer 366/75 und 367/75 den Neubau eines Lagers für Rohmaterial. Der geplante Bau ist auf unten stehender Skizze dargestellt, die J. Woelke anhand der Originalzeichnung des Bauantrags angefertigt hat [11]. Vermutlich lag das Gelände gegenüber der Fabrik auf der anderen Seite der Chaussee.

Skizzierter Auszug aus dem Antrag des Carl Sondermann zum Neubau eines Rohmateriallagers aus dem Jahr 1889

 

Im Jahr 1890 wurde die "Spinnerei C. Sondermann" in Niederseßmar  in einer Übersicht des Bürgermeisteramts der Stadt Gummersbach mit 30 Beschäftigten verzeichnet, wovon zwei Beschäftigte (je ein Beschäftigter männlich und weiblich) unter 16 Jahre alt waren. Von den 28 über 16 Jahre alten Beschäftigten waren 13 männlich und 15 weiblich. Sämtliche weibliche Beschäftigte waren ledig [12]. 

Während in einer Gewerbeübersicht für das Jahr 1875 die später zwischen Wilhelm Sondermann und Franz Carl Albert Sondermann junior geteilte Fabrik des Vaters Franz Carl Albert Sondermann noch mit 45 Arbeitskräften geführt wurde [13], sind es nun in der Gewerbeübersicht von 1890 bei Wilhelm Sondermann 61 Beschäftigen und bei Franz Carl Albert Sondermann junior 30 Beschäftigte [14]. Die Größe des Unternehmens hat sich daher, gemessen an der Anzahl der Beschäftigten der Brüder insgesamt, innerhalb von 15 Jahren verdoppelt. Allerdings konnte es in Summe bei Weitem nicht mit der geradezu explodierenden wirtschaftlichen Gesamtentwicklung der Region Schritt halten. Waren im Jahr 1875 nur vier Unternehmen größer, sind es nun sieben mit großem Abstand: Spinnerei und Weberei E. W. Sondermann (242 Beschäftigte), Dampfkesselfabrik L. u. C. Steinmüller (261 Beschäftigte), Spinnerei und Strickerei Müller & Sohn in Dümmlinghausen (331 Beschäftigte), Spinnerei und Strickerei und Näherei A. Reusch (190 Beschäftigte), Spinnerei und Weberei Krawinkel in Vollmerhausen (209 Beschäftigte), C. A. Baldus in Friedrichsthal (185 Beschäftigte), Spinnerei Erkenzweig & Co. (127 Beschäftigte). [15]

Zur Fabrik gehörte laut Adele Bloesch-Stöcker um 1890 auch "ein langgezogener Teich, dessen Wasser dazu dienten, den Maschinen die nötige Kraft zuzuführen, denn damals verstand man es noch nicht, elektrische Energien der Technik dienstbar zu machen." [15a]

 

Ende der Spinnerei Carl Sondermann junior     

Trotz der Hochzeitsgabe seines Schwiegervaters Friedrich Wollenweber ging Carl Sondermann in Konkurs, wahrscheinlich im Jahr 1897 [16].  

So muss die Spinnerei des Carl Sondermann nach August Prinz zwischen 1895 und 1906 wie so viele andere "[...] zum Stillstand gekommen [...]" sein [17]. Gleiches Schicksal wiederfuhr nach derselben Quelle in dieser Zeit auch die Spinnerei Ernst Pickhardt in Gummersbach, die ihre Ursprünge auf einen Betrieb des Johann Wilhelm Sondermann zurückführt. Daneben stellt auch die Spinnerei Fritz Bauer in Brück in diesem Zeitraum ihre Tätigkeit ein. Fritz Bauer war verheiratet mit Amalie Sondermann, einer Schwester des Karl Sondermann.

In einem Bericht zur Lage am Arbeitsmarkt in Gummersbach vom 30. Januar 1902 berichtet der Polizist Jürgens: "Keine Arbeitslosigkeit im 5. Stadtbezirk, außer der Fabrik Carl Sondermann, Niederseßmar, sind alle Fabriken bis auf einige mit geringen Beschränkungen in vollem Betriebe." [18] 

Im Jahr 1903 eröffnet die C. G. Maurenbrecher AG auf dem ehemaligen Sondermann'schen Fabrikgelände eine Niederlassung. So teilt die C. G. Maurenbrecher AG (Krefeld) am 11. März 1903 dem Bürgermeisteramt Gummersbach mit, dass von ihr in der C. Sondermann'schen Fabrik in Niederseßmar eine Reißerei, verbunden mit Sortierei und Färberei errichtet wurde. Der Betriebsbeginn sei der 16. März 1903 [19].

Ehemalige Fabrik des Carl Sondermann in den 1920er Jahren


Das bzw. die ehemalige(n) Fabrikgebäude des Carl Sondermann wurden im Jahr 1974 unter der Regie der Entwicklungsgesellschaft Gummersbach schließlich abgebrochen [20]. Die Fabrik lag an der Ecke Gummersbacher Straße/Vosselstraße. Eine Gedenktafel des Bürgervereins weist heute auf den Fabrikstandort hin:

Hinweisschild des Bürgervereins Gummersbach


Noch heute sind zu Füßen des Hinweisschildes die Grundmauern der Fabrik zu sehen:

Grundmauern der Fabrik des Carl Sondermann


Interesanterweise ist im Jahr 1897 das Grundstück der Spinnerei des Carl Sondermann laut Grundbucheintrag im Eigentum der "Erben Sondermann" und nicht etwa im Eigentum des Carl Sondermann junior [21].

Es kann sich bei den Erben nicht um die Erben des Carl Sondermann junior handeln, denn dieser verstirbt erst im Jahr 1908. Vielmehr muss es sich um die Erben des Carl Sondermann senior und/oder dessen Frau Philippine Stahlschmidt handeln:

1) Das Fabrikgelände könnte schon mit dem Tod des Carl Sondermann senior im Jahr 1882 auf die "Erben Sondermann" übergangen sein.

2) Das Fabrikgelände könnte mit dem Tod der Philippine Stahlschmidt erst im Jahr 1897 auf die "Erben Sondermann" übergangen sein. 

3) Denkbar wäre auch, dass das Grundstück vor 1897 im Eigentum des Carl Sondermann junior lag, dieser aber das Grundstück aufgrund finanzieller Schwierigkeiten an seine Mutter zurückübertrug und das Gelände schließlich 1897 an die Erben Sondermann fiel.  

Ob das Fabrikgelände auch nach 1897 noch im Eigentum der "Erben Sondermann" stand ist aus er dazu vorliegenden Quellen nicht eindeutig ersichtlich. Am 30.12.1916 ist als Eigentümer die Maurenbrecher AG vermerkt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss daher ein Verkauf erfolgt sein [22].     

Niederseßmar mit den Fabriken des Wilhelm Sondermann und seines Bruders Carl Sondermann


Das Lied vom Stapelgarn 

August Prinz berichtet in einem Artikel im Jahr 1937 im Oberbergischen Boten, dass man in den schlechten Jahren 1890-1891 auf Veranlassung des Chr. Baldus eine Spinnerei-Vereinigung gründete. Zum ersten Stiftungsfest,  am 10. Mai 1890, hatte Chr. Baldus ein Gedicht "Das Lied vom Stapelgarn" verfasst,  das in humorvoller Weise die Leiden der damaligen Stapelgarn-Spinner besingt [23].  Im Gedicht finden zahlreiche Spinnerei-Fabrikanten des Oberbergischen Erwähnung. Die letzten Strophen des Liedes sollen Carl Sondermann betreffen [23a]:  

 

"Dat Lied vom Stapelgarn 

 Kenn'n it uck dat neue Lied, neue Lied,

Wat us all' im Sinne liet,

Van dem Stapelgarn?

[...]

Der Sondermann, dei tümmt am Änge,

Eck gläuw, em springen bal de Bänge [=Bände]

Van dem Stapelgarn

 

Sondermann, oh Sondermann,

Wat fang'n wie nu alle an

Mett dem Stapelgarn???" [24]

 

Die Burg in Gummersbach   

Carl Sondermann junior erbte die Burg in Gummersbach von seinem 1882 verstorbenen Vater Franz Carl Albert Sondermann senior, denn als im Jahr 1897 die Burg verkauft wird, wird diese als die "Karl Sondermannsche" Besitzung betitelt.  

So heißt es in der Anzeige vom 26. Februar 1897 (und damit zwei Monate vor dem Tod der Philippine Sondermann geb. Stahlschmidt): "Die Karl Sondermannsche Besitzung "die Burg" ist für den Betrag von 28.000 Mark in den Besitz des Herrn W. Kritzler jun. hier übergegangen" [25].    

Carl Sondermann zieht wohl erst nach Oktober 1882 in die Burg, denn im Oktober 1882 wird er in einem Artikel zur Sparkasse Gummersbach in der Gummersbacher Zeitung noch mit dem Wohnort Niederseßmar geführt. [26] Entsprechend berichtet Adele Bloesch-Stöcker ohne genaue Jahresangabe, dass Carl Sondermann am Rande Niederseßmars an der Straße nach Gummersbach wenige Minutern enfernt von seinem Bruder Wilhelm Sondermann gewohnt habe. [26a]

Ebenfalls im Februar 1897 verkaufte Carl Sondermann wahrscheinlich das zum Bahnhof hin gelegene und bis dahin wohl von seiner Mutter Philippine Sondermann geborene Stahlschmidt bewohnte Nebengebäude der Burg an seine Cousine Adeline Sondermann verheiratete Krüger.

 

Gemeindepolitik

Im Oktober des Jahres 1882 ist Carl Sondermann als Mitglied des Kuratoriums der Sparkasse Gummersbach belegt. Das Kuratorium bestand aus folgenden Mitgliedern: Daniel Heuser, Eduard Viebahn, Edm. Siebel, Eduard Sondermann, Christian Schirp, Franz Heuser, Gottlieb Höstermann und Carl Sondermann aus Niederseßmar [27]. Offenbar hat Carl Sondermann das Amt von seinem Vater übernommen bzw. dieses fortgeführt, denn Franz Carl Albert Sonderman senior war bereits im Jahr 1864 Mitglied des Kuratoriums. 


Preußisches Abgeordnetenhaus

Im Jahr 1866 wurde Carl Sondermann als Wahlmann für die Abgeordneten zum Preußischen Abgeordnetenhaus (IX. Wahlperiode) von der dritten Klasse gewählt [27a]:



Sonstiges

Nach Walter Brensing war Carl Sondermann Gründungsmitglied des am 10. August 1865 gegründeten Gummersbacher Männerchores [28]. 

Im Jahr 1861 war August Sondermann Mitgründer bzw. eines der ersten Mitglieder des Gummersbacher "Vereins für Leibesübungen", des heutigen insbesondere durch seine Handballerfolge bekannten VfL Gummersbach von 1861 e. V. [28a]

In den Jahren 1875 und 1880 verkaufte "C. Sondermann aus Niederseßmar" jeweils ein Piano an ein Klavierbauunternehmen der Familie Ibach. Die Pianos wurden ursprünglich von der "Pianofortefabrik von Friedrich Prein" in Köln erworben [29]. Die Verkäufe deuten auf eine rege musikalische Aktivität der Familie hin,

 

Zur Person Carl Sondermann junior   

Werden die Unternehmen der Brüder getrennt betrachtet, fällt deutlich ins Auge, dass Carl Sondermann bei Weitem nicht so von der wirtschaftlichen Entwicklung profitieren konnte wie sein Bruder Wilhelm Sondermann und seine Vettern Emil Wilhelm Sondermann und Eduard Sondermann. So wird mit der unterschiedlichen Entwicklung der Beschäftigten der Unternehmen des Wilhelm Sondermann und des Franz Carl AlbertSondermann junior die unterschiedliche kaufmännische Begabung der Brüder offenbar, von der auch die Berichte des Dr. Günther Sondermann zeugen: 

Sein Enkel Dr. Günther Sondermann berichtet, dass Karl Sondermann mehr "[...] Büromensch als Kaufmann [...]" war [30].  

Er war "[...] pünktlich im Kontor und als Beamter mehr geeignet als Fabrikant." Weiter berichtet er, dass seine Fabrik, "[...] wenn man von Gummersbach nach Niederseßmar kam die erste im Ort [...]" war. ... und dass er ... mit Zylinderhut  nach England ... fuhr, um seine Fabrikate an ... zu bringen, und als Kaufmann keinerlei Talent hatte, so ist, wie ich im Bilde bin, seine Pleite um 1900 herum, die natürliche Folge - aber die Söhne oder Schwiegersöhne reicher Eltern mussten damals eben eine Fabrik leiten [...]." [31]

Weiterhin führt er aus, dass "[...] die Schwestern meiner Großmutter [Emilie Wollenweber] und sie selbst von der reichen Familie Wollenweber in Dieringhausen bei ihrer Hochzeit einem Ondit zufolge jede blanke 100.000 Thaler mitbekommen haben sollen - aber die Ehemänner Karl Sondermann, mein Großvater, Hugo Winckel in Gummersbach [...], weil es damals zu üblich war unbedingt eine Fabrik vorstehen sollten und alles andere als tüchtige Kaufleute waren und kaum ihren Lebensunterhalt damit verdienten, aber wie Beamte pünktlich auf dem Kontor waren." [32]

Adele Bloesch-Stöcker berichtet, dass der Bruder Wilhelm Sondermann ziemlich unnahbar war, ihre Eltern nach ihrem Umzug nach Niederseßmar im Gegensatz dazu zu Carl Sondermann bald nähere Beziehungen hatten, "[... ] da eine Tochter [Emilie Sondermann] und zwei Söhne [Richard Sondermann und Adolf Sondermann] noch die Schule [...]" ihres Vaters besuchten. [32a]

Nach seinem Konkurs zog Carl Sondermann zu seinem Sohn Adolf Sondermann nach Köln [33]. Der Zeitpunk des Umzugs ist wahrscheinlich im Jahr 1897 zu suchen, denn in diesem Jahr wird die Burg, wohl ein Nebengebäude (siehe dazu die Erläuterungen zum Leben von Adeline Sondermann verheiratete Krüger) und wahrscheinlich auch weiterer Grundbesitz von Carl Sondermann verkauft.

[1a] Vgl. Sondermann, Karl/Sondermann, Emilie (1865): Geburtsanzeige Karl Sondermann, in; Gummersbacher Kreisblatt, Nr. 59, S. 3.

[1b] Vgl. o. V. (1998): Der Stocksammler, Nr. 27, ohne Ort, <https://www.yumpu.com/de/document/view/9386215/nr-27-injuka-kunst/79>, Abrufdatum: 5. Juni 2016.

[1c] Vgl. Stadt Gummersbach (1882): Revision eines Dampfkessels in der Spinnerei Carl Sondermann, in: Gummersbacher  Stadtakte 4334 "Concessionierung von Dampfkesseln und deren Revision 1863-1890“.

[2] Vgl. Stadt Gummersbbach (1883): Antrag auf Anbau einer Schlosserwerkstätte durch Carl Sondermann, in: Gummersbacher Stadtakte 2044 (?).     

[3]  Vgl. Sondermann et al. (1936): Sondermann 2., aus Langenberg im Rheinlande, in: Koerner, Bernhard (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch Band 92, Görlitz, S. 501.   

[4] Vgl. Stadt Gummersbach (1884): Revision eines Dampfkessels bei Carl Sondermann, in: Gummersbacher  Stadtakte 4334 "Concessionierung von Dampfkesseln und deren Revision 1863-1890“.

[5] Vgl. Stadt Gummersbach (1886): Revision eines Dampfkessels in der Spinnerei des Carl Sondermann, in: Gummersbacher  Stadtakte 4334 "Concessionierung von Dampfkesseln und deren Revision 1863-1890“.

[6] Vgl. Handelskammer(1887): Berechtigte Gewerbetreibenden zur Wahl für die Handelskammer am 6. Dezember 1887, Archiv II. Stamm, Carl.

[7] Vgl. Stadt Gummersbach (1888): Neuconcessionierung enes Dampfkessels von 1873, in: Gummersbacher Stadtakte 4334, "Concessionierung von Dampfkesseln und deren Revision 1863-1890“.

[8] Stadt Gummersbach (1888): Aus der Steuerliste der Stadtgemeinde Gummersbach, in: Gummersbacher Zeitung v. 12. Juni 1888. 

[9] Vgl. Stadt Gummersbach (1886): Revision eines Dampfkessels in der Spinnerei des Carl Sondermann, in: Gummersbacher  Stadtakte 4334 "Concessionierung von Dampfkesseln und deren Revision 1863-1890“.

[10] Vgl. Streit (1889): Führer durch das Oberbergische Land. Gebiet der oberen Wupper, Agger, Wiehl, Sülz, Broel und unteren Sieg sowie Bensberg und Umgegend, Barmen, S. 8 f.  

[11] Vgl. Sondermann, Carl (1889): Antrag für den Bau eines neuen Lagers für Rohmaterial v. 20. Mai 1889, in: Gummersbacher Stadtakte 2085. 

[12] Vgl. Sondermann et al. (1936): Sondermann 2., aus Langenberg im Rheinlande, in: Koerner, Bernhard (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch Band 92, Görlitz, S. 501.

[13] Vgl. Stadt Gummersbach (1876): Gewerbeübersicht v. 8. Juni 1876, in: Gummersbacher Stadtakte 4288.

[14] Vgl. Stadt Gummersbach (1890): Gewerbeübersicht v. 1890, in: Gummersbacher Stadtakte 4355.    

[15] Adele Bloesch-Stöcker bezeichnet die Fabrik des Carl Sondermann ohne konkrete Jahresangabe als Baumwollspinnerei und als "ziemlich groß". Die Fabrik lag am Rande des Dorfes Niederseßmar in Richtung Gummersbach  Vgl. Bloesch-Stöcker, Adele (1968): Niederseßmar, das Rheinlanddorf vor achtzig Jahren, ohne Ort, S. 4-5.

[15a] Vgl. Bloesch-Stöcker, Adele (ohne Jahr): Schulschätze, ohne Ort, S. 8.

[16] Vgl. Sondermann, Günther (1979f): Brief an Jürgen Woelke v. 14. November 1979, Freiburg.   

[17] Vgl. Prinz, August (1937): Mühlenthal im Wandel der Jahrhunderte und die Aggertaler Textilindustrie, in: Oberbergischer Bote v. 14. April 1937, FolgeVI.    

[18] Vgl. Stadt Gummersbach (1902): Bericht zur Lage am Arbeitsmarkt, in: Gummersbacher Stadtakte 4355.   

[19] Vgl. Maurenbrecher, C. G. (1903): Mitteilung an das Bürgermeisteramt Gummersbach, in: Gummersbach Stadtakte 4316; auch Woelke, Jürgen (o. Jahr): Notiz zur Eröffnung der Maurenbrecher AG. Die Jahresangabe 1916 auf dem Hinweisschild des Bürgervereins in Gummersbach e. V, das auf den Fabrikstandort verweist, muss daher falsch sein.

[20] Vgl. Woelke, Jürgen (o. Jahr): Notiz zum Abbruch der Spinnerei Carl Sondermann.    

[21] Vgl. Stadt Gummersbach (1897): Grundbuchauszug zum Fabrikgelände Carl Sondermann.

[22] Vgl. Stadt Gummersbach (1916): Grundbuchauszug zum Fabrikgelände Carl Sondermann.

[23] Vgl. August, Prinz: Mühlenthal im Wandel der Jahrhunderte und die AggertalerTextilindustrie, in: Oberbergische Bote, April 1937; Folge I-IV; Bauert, I. (1951): 100 Jahre Geschichte der C. A. Baldus & Söhne KG, Osberghausen, S. 79.

[23a] Vgl. Habermas Ernst (ohne Jahr): Erläuterungen zum Lied vom Stapelgarn, ohne Ort.

[24] Vgl. Bauert, I. (1951): 100 Jahre Geschichte der C. A. Baldus & Söhne KG, Osberghausen, S. 79-83.

[25] Vgl. o. V. (1897): Mitteilung zum Verkauf der Burg in Gummersbach, in: Gummersbacher Zeitung v. 26. Februar 1897.  

[26] Vgl. o. V. (1882): Kuratorium der Sparkasse Gummersbach, in: Gummersbacher Zeitung v. 5. Oktober 1882. 

[26a] Vgl. Bloesch-Stöcker, Adele (1968): Niederseßmar, das Rheinlanddorf vor achtzig Jahren, ohne Ort, S. 4.

[27] Vgl. Sparkasse Gummersbach (1882): Das Kuratorium der Sparkasse in Gummersbach, in: Gummersbacher Zeitung v. 5. Oktober 1882.  

[27a] Vgl. Kaiser (1866): Verzeichnis der Wahlmänner des Kreises Gummersbach, in: Gummersbacher Kreisblatt v. 27. Juni 1866, Nr. 51, S. 1-2.

[28] Vgl. Brensing, Walter (1955): Ausführungen des Vorsitzenden des Gummersbacher Männerchores. 

[28a] Vgl. Meißner, Ludwig (1903): Rückblick auf die Geschichte des Gummersbacher Turnvereins, in: Deutsche Turnerschaft Kreis VIIIb Rheinland Bergischer Gau (Hrsg.): Fest-Schrift für das Gau-Turnfest in Gummersbach am 27. und 28.  Juni 1903, Gummersbach, S. 49.

[29] Vgl. Speer, Florian (2000): Klaviere und Flügel aus dem Wupperthale, Instrumentenbau in der Wupperregion und am Niederrhein des 19. Jahrhunderts am Beispiel der Orgel- und Klavierbaufamilie Ibach, Inaugural-Dissertation (Bergische Universität), S. 558.     

[30] Vgl. Sondermann, Günther (1979f): Brief an Jürgen Woelke v. 14. November 1979, Freiburg.

[31] Vgl. Sondermann, Günther (1979e): Postkarte an Jürgen Woelke v. 4. September 1979, Freiburg

[32] Vgl. Sondermann, Günther (1979d): Brief an Jürgen Woelke v. 27. August 1979.

[32a] Vgl. Bloesch-Stöcker, Adele (1968): Niederseßmar, das Rheinlanddorf vor achtzig Jahren, ohne Ort, S. 5.

[33] Vgl. Sondermann, Günther (1979e): Postkarte an Jürgen Woelke v. 4. September 1979, Freiburg.