Alwine Sondermann   

Alwine Sondermann wurde in Gummersbach am 4. Oktober 1846 geboren. Sie war das jüngste Kind des Franz Carl Albert Sondermann (1806-1882) und der Maria Henriette Philippine Stahlschmidt (1806-1897). 


Ehe mit Friedrich Kayser

Alwine Sondermann heiratete am 5. April 1871 in Gummersbach Friedrich (Fritz) Kayser. Dieser war Sohn des Marienheider Kaufmanns Friedrich Kayser und der Anna Maria Wolfferts. Dieser Kaufmann Kayser wurde im Januar 1866 für die Bürgermeisterei Marienheide zum ersten Beigeordneten für die Dauer von sechs Jahren bestimmt, wobei zu dieser Zeit der Name noch "Kaiser" geschrieben wurde. [1a]

Das Ehepaar Sondermann-Kayser hatte zwei Söhne:

  1. Friedrich Kayser (1872)
  2. Oskar Kayser (1874)

Friedrich Kayser wurde bei der Eheschließung im Jahr 1871 als Kaufmann betitelt. Mit seiner Frau wohnte er in untem abgebildeten Haus an der Brücke in Marienheide (Hauptstraße 71). [1b]


Wohnhaus des Ehepaares Sondermann-Kayser in Marienheide [2]


Kunstwollspinnerei in Wipperfließ

In Wipperfließ bei Marienheide befand sich ursprünglich ein altes Eisenhammerwerk. Dessen Räume wurden nach der Mitte des 19. Jahrhunderts durch einen Remscheider Fabrikanten für die Anlage einer Schlittschuhproduktion und einer Feilenschleiferei genutzt. Da sich kein wirtschaftlicher Erfolg einstellte, folgte bald eine Spulen-Drechslerei, die aber durch ein Feuer zerstört wurde. Schließlich legte im Jahr 1883 Friedrich Kayser in Wipperfließ eine Kunstwollspinnerei an. In den Quellen wird der Betrieb als klein bezeichnet. [3]

Ehemalige Kunstwollspinnerei Kayser um 1935 [4]


Die Kunstwollspinnerei Friedrich Kayser war einer der ersten industriellen Betriebe oder gar der erste industrielle Betrieb in der Gemeinde Marienheide. So hatte die Gemeinde am 1. Dezember 1890 nicht mehr als 2.749 Einwohner. Industrie war bis auf die Kunstwollspinnerei Kayser in Wipperfließ und die Maschinenfabrik Gottlieb Lambach in Marienheide noch nicht vorhanden. [5]

Im Jahr 1900 verkaufte Friedrich Kayser die Fabrik an Wilhelm Ommer aus Barmen. Das Gebäude brannte 1945 ab. [6]

Zu vermuten ist, dass Friedrich Kayser unmittelbar nach Verkauf seiner Fabrik mit seiner Frau Alwine Kayser geb. Sondermann nach Köln am Rhein zog, wo seine Söhne wohnten (Adresse 1935: Hansaring 50). [6a]


Tod der Alwine Kayser geb. Sondermann

Alwine verstarb in Köln am 15. März 1935. Sie wurde auf dem Friedhof in Marienheide im Grab der Familie Kayser beigesetzt.

Todesanzeige Alwine Kayser geb. Sondermann [7]


[1a] Vgl. o. V. (1866): Personalchronik, in: Gummersbacher Kreisblatt v. 31. Januar 1866, Nr. 9, S. 1.

[1b] Vgl. Knabe/König/Kühr S. 156.

[2] Vgl. Knabe/König/Kühr S. 156.

[3] Vgl. Osberghaus (1967), S. 19 zitiert nach Knabe/König/Kühr S. 174. Osberhaus präzisiert die Größe des Betriebs wohl aber nicht.

[4] Vgl. Knabe/König/Kühr S. 85.

[5] Vgl. Osberghaus (1967), S. 19 zitiert nach Knabe/König/Kühr S. 174.

[6] Vgl. Buhr/Wittenberg/Wittmütz (1986), S.143

[6a] Vgl. Familie Kayser (1935): Todesanzeige Alwine Kayser geb. Sondermann, in: Oberbergischer Bote v. 18. März 1935, S. 16.

[7] Vgl. Familie Kayser (1935): Todesanzeige Alwine Kayser geb. Sondermann, in: Oberbergischer Bote v. 18. März 1935, S. 16.